Teil der Wanderausstellung »Kunst trotz(t) Ausgrenzung«

„CREDO - Lebensentwürfe“
Ausstellung in der Bergkirche
In der Bergkirche werden Fotoarbeiten von Klaus G. Kohn und Gemälde von Dietmar Grafe / atelierblau in einen Austausch treten. Beide erforschen das Sichtbare eines Menschen an den Grenzen von eigenem Lebensentwurf und gesellschaftlichen Codes, Identität und Wahrnehmung, Typisierung und Fremdheit. Klaus G. Kohn arbeitet seit über dreißig Jahren als Künstler mit dem Medium Fotografie und richtet dabei immer wieder den Blick auf die Verletzlichkeit von Menschen. Die Portraits seiner Reihe »CREDO – Lebensentwürfe« zeigen „Menschen von heute, Individuen, die vor der Kamera posieren in einer Aufmachung, die sie als Ausdruck ihrer Identität, ihres Lebensentwurfes verstehen. Zugleich repräsentieren sie als Typen verschiedene Facetten unserer pluralistischen Gesellschaft, zumal Namen und weitere Informationen zu den Personen fehlen“ (Regine Nahrwold im Ausstellungskatalog).
Diesen detailreichen Fotos stehen abstrahierte und kontraststarke Werke von Dietmar Grafe gegenüber. In stilistischer Klarheit und großer Ausdrucksstärke zeigt er die menschliche Figur reduziert auf Konturen, analog japanischer Holzschnitte, in reinem Schwarzweiß vor strahlendem monochromen Hintergrund. Dietmar Grafe gehört zum atelierblau der Lebenshilfe. Dort werden geistig behinderte und psychisch kranke Menschen durch den Künstler Horst Rettig ausgebildet. Das OEuvre und die Arbeit des atelierblau wurden schon durch zahlreiche Ehrungen und Preise gewürdigt, die Werke sind in öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten.

Begleitprogramm in der Bergkirche

Samstag 26.10. 18:00 – 19:00 Uhr
„Preview“ mit Gottesdienst zur Ausstellung »CREDO – Lebensentwürfe«
Kunst in Kirchen hat eine lange Geschichte. Nicht immer glücklich, wurde die Kunst doch in alten Zeiten in der Regel instrumentalisiert: sie hatte etwas Bestimmtes zu sagen. Längst schon aber hat sich die Kunst aus dieser Begrenzung emanzipiert. Ihr Einwurf in den Kirchenraum ist individuell, manchmal sogar ver- und aufstörend. Und mitunter gewinnt sie in sakralem Umfeld eine Tiefendimension, die vorher unentdeckt geblieben war. Voller Spannung begrüßt die Bergkirchengemeinde am Vorabend der Eröffnung von »Kunst trotz(t) Ausgrenzung« ihren Teil der Ausstellung. In einem Gottesdienst mit Texten, Gesängen und ersten Impulsen stellen Pfarrerin Yvonne Siegel-Körper und Bruno Kruljac die „Gäste“ vor und erfragen den biblischen Kontext.

Mittwoch 06.11. 19:00 – 20:00 Uhr
Lebens-Künstler-Führung zum CREDO
Michael Dinges, Kunstvermittler vom atelierblau, führt in Anwesenheit von Dietmar Grafe in die Ausstellung ein. Als „Behinderter“ kennt Michael Dinges Ausgrenzung. Dabei blickt er nicht nur auf die Arbeiten seines Künstlerkollegen sondern auch auf die des Fotografen Klaus G. Kohn. Dort sind Menschen porträtiert, die sich klar abgrenzen: als zu einer Gruppe zugehörig, dadurch aber auch mitunter in Opposition zu anderen, vielleicht auch zu den Betrachter*innen. Wie weit kann Kunst überhaupt Grenzen aufstoßen oder sogar überschreiten? Oder setzt sie subtil eigene, etwa durch Abgrenzung von Kunstmarkt, Outsider-Art, Sammlung, Mode, Atelier-Adresse?
Bruno Kruljac als Vertreter der Bergkirche und Horst Rettig, Künstlerischer Leiter atelierblau, führen in die Veranstaltung ein.

Sonntag 10.11. 19:30 – 21:00 Uhr
Meditativer Abendgottesdienst mit „Gästen“ zum CREDO
Es soll eine behutsame und aufmerksame Annährung an die Werke von Klaus G. Kohn und Dietmar Grafe werden. Mit Gesängen aus Taizé und aus aller Welt, mit Gebeten und mit Schweigen. Bruno Kruljac und das Vorbereitungs-Team MAGD der Bergkirchengemeinde zetteln einen meditativen Dialog an zwischen den biblischen Texten dieses Sonntags und den Lebensentwürfen, die in den Portraits sichtbar werden.

Sonntag 17.11. 17:00 - 18:00 Uhr
CREDO: Leben: Form
Ein Spaziergang durch Bergkirche und Ausstellung in liturgischer Form. Schritt für Schritt von Draußen nach Drinnen. Schwellen und Grenzen erkennen und überschreiten. Die Architektur der tausend Jahre alten Kirche gibt den Rahmen. Die Ausstellung den Anlass. Spirituelle Impulse und liturgische Gesänge sind der Rhythmus. Saxophon und Stille die Kontrapunkte. Wie kommen die „Gäste“– also die Fotos von Klaus G. Kohn und die Gemälde von Dietmar Grafe – zu Wort und Geltung? Schritt für Schritt Raum und Zeit wahrnehmen. Angeleitet von Bruno Kruljac, Kunst an der Bergkirche, und Bärbel Bähr-Kruljac, Religionspädagogin. Und Heike Büchler setzt mit ihrem Saxophon ganz eigene Impulse.

Donnerstag 28.11. 18:00 - 19:30 Uhr
CREDO – ich schreibe, also bin ich
Schreibwerkstatt zu den Fotoarbeiten von Klaus G. Kohn und Gemälden von Dietmar Grafe / atelierblau mit der zertifizierten Schreibwerkstattleiterin und Religionspädagogin Bärbel Bähr-Kruljac. Lassen Sie sich von der Kreativität überraschen, die in Ihnen steckt! Die Schreibwerkstatt zeigt, wie lebendig erzählt und verdichtet werden kann: verständlich, anrührend, leicht und originell. Konkrete Übungen führen zu einem Spiel mit Worten, während die Fotos von Klaus G. Kohn und die Gemälde von Dietmar Grafe Ihre Fantasie anregen. In geschützter Atmosphäre findet ein Austausch über das Geschriebene statt. Die Schreibwerkstatt richtet sich an Ungeübte, Gelegenheitsschreibende und Interessierte.

Mittwoch 04.12. 19:30 – 20:00 Uhr
CREDO - Lyrik und Advent
Poetische Adventsandacht zu Neujahrserwartungen
Leitung: Bruno Kruljac und Pfarrerin Siegel-Körper

Mittwoch 11.12. 19:30 – 20:00 Uhr
Sag zum Abschied leise: CREDO
Poetische Adventsandacht zu Ankunft und Abschied
Leitung: Bruno Kruljac und Pfarrerin Siegel-Körper

Mittwoch 18.12. 19:30 – 20:00 Uhr
CREDO - was bleibt
Poetische Adventsandacht zu Erinnerung und Vorfreude
Leitung: Bruno Kruljac und Pfarrerin Siegel-Körper

 

 

Bruno Kruljac

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